Osterbotschaft des Patriarchen 2016

Osterbotschaft seiner Heiligkeit, des Patriarchen Kyrill, an die Erzpriester, Hirten, Diakone, die Mönche und Nonnen und alle gläubigen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche

Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Russland

Sehet, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat,
dass wir Kinder Gottes heißen sollen. (1 Joh 3:1)

Hochgeweihte Bischöfe, ehrwürdige Priester und Diakone, ihr Gott liebenden Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

CHRISTUS IST AUFERSTANDEN!

Mit diesen freudigen und lebensbejahenden Worten grüße ich euch alle herzlich, meine teuren, und beglückwünsche euch zum großen und errettenden Paschafest.

Als Fest der Feste und Feier der Feiern bezeichnet die Kirche diesen geheiligten Tag durch den Mund eines der Kirchenlehrer, des heiligen Bischofs Gregor des Theologen. Darin liegt ein tiefer geistlicher Sinn, denn „Pascha überragt alle Feste, nicht nur die bloß menschlichen, die vom Irdischen stammen, sondern auch die übrigen Feste Christi, die zu Seinen Ehren gefeiert werden - ebenso sehr wie die Sonne die Sterne überstrahlt“ (Homilie 45:2, Zum heiligen Pascha). In der ruhmreichen Auferstehung des Herrn Jesus, die zum wichtigsten Ereignis der Geschichte des Menschengeschlechts geworden ist, besteht der eigentliche Sinn und das tiefe Wesen unseres Glaubens, das Herzstück und die gewaltige Kraft der christlichen Botschaft an die Welt. All unsere Predigt findet dieser Tage Platz in den wenigen Worten: „Christus ist auferstanden! - Sage ich das, was sollte ich noch hinzufügen? Damit ist alles gesagt!”, ruft der heilige Filaret, Metropolit von Moskau (Osterhomilie vom 18. April 1826).

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Weihnachtsbotschaft des Patriarchen Kyrill, 2015/2016

Weihnachtsbotschaft Seiner Heiligkeit Kyrill, des Patriarchen von Moskau und ganz Russland, an die Bischöfe, Priester, die Mönche und Nonnen und alle treuen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche

Darin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden,
dass Gott Seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat,
damit wir durch Ihn leben möchten.

(1 Joh 4,9) 

Hochgeweihte Bischöfe, ehrwürdige Väter, ihr ehrwürdigen Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

Aus einem Herzen, das erfüllt ist von der Freude über den im Fleische erschienenen Sohn Gottes, wende ich mich an euch alle und beglückwünsche euch zum lichten und lebendig machenden Fest der Geburt unseres Herrn und Gottes Jesus Christus.

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen“ (Lk 2,14). Indem wir jährlich wieder und wieder die unbeschreibliche Herabkunft des Erretters zu uns verherrlichen, sind wir bestrebt, wie einst die Hirten zu Bethlehem, welche vom Engel von der „großen Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll“ (Lk 2,10) vernommen haben, den Heiland mit geistlichem Auge wahrzunehmen, dessen Erscheinen die ruhmreichen Propheten vorhergesagt und das eine Vielzahl von Männern und Frauen herbeigesehnt hat.

Und nun kommt der von allen Nationen Ersehnte, wie ihn der Prophet Haggai nennt (vgl. Hagg 2,7), entäußert Sich Selbst, nimmt die Gestalt eines Knechts an und wird wie ein Mensch (vgl. Phil 2,7). Der Gebieter des Alls erwählt sich nicht den Palast eines Kaisers, nicht das Haus eines der Herren dieser Welt, nicht das Gemach der Reichen oder Berühmten. Nicht einmal in einer Herberge findet sich ein Platz für Ihn. Der Sohn Gottes kommt in einer Höhle, in der man Vieh hält, zur Welt, und eine Krippe, aus der die Tiere fressen, wird Ihm zu einer Wiege.

„Was ist ärmer als eine Höhle, was ist demütiger als Windeln, aus denen die Fülle der Gottheit erstrahlte?“ Indem Er für das Mysterium unserer Errettung die äußerste Armut wählte (vgl. Hypakoe des Fests Christi Geburt), lehnt Christus bewusst die Werte ab, die in unserer Welt als etwas Bedeutendes gelten: Macht, Reichtum, Ruhm, vornehme Abstammung und sozialer Stand. Er bietet uns eine andere Gesetzmäßigkeit des Lebens, nämlich die Gesetzmäßigkeit der Demut und Liebe, welche Stolz und Bosheit überwindet. Demnach wird die menschliche Schwäche in Verbindung mit der Gnade Gottes zu jener Kraft, der die Mächtigen und Starken dieser Welt nicht widerstehen können. Die Kraft Gottes offenbart sich nicht in irdischer Größe und weltlichem Wohlergehen, sondern in der Einfachheit und der Demut des Herzens.

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Russland verstehen oder daran glauben

Soeben ist im Verlag Edition Hagia Sophia der erste Band der Kurzgeschichten des russischen Priesters Jaroslaw Schipow erschienen - eine wunderbare, erbauliche Collage aus Episoden und Eindrücken des russischen Provinzlebens. An der Übersetzung ins Deutsche waren unsere Gemeindemitglieder beteiligt.

Ein Sprichwort besagt, dass man Russland nicht verstehen, wohl aber daran glauben kann. In den Kurzgeschichten von Vater Jaroslaw wird nun sowohl das Verständnis für Russland gefördert, als auch dem Glauben auf die Sprünge geholfen. Hier wird nicht übertrieben, verklärt oder beweihräuchert: der Autor schreibt über das Leben in Russland, wie es ist, und es ist mal schön, mal schlimm; und gerade die Echtheit dessen, was berichtet wird, lässt den Leser ahnen, dass Russland mit seinen Menschen mehr ist als die Summe der oberflächlich zu beobachtenden Eigenschaften.

Erhältlich ist das Buch über Amazon oder direkt über Edition Hagia Sophia. Eine Leseprobe gibt's auf der Internetseite der Buchreihe "Litera Eurasia", die zum Verlag gehört. Auch auf der Internetseite unserer Gemeinde wurde vor einiger Zeit bereits eine der Kurzgeschichten in deutscher Sprache veröffentlicht.

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Zum 70. Jahrestag der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain

Am Donnerstag, dem 23. April 2015, fand im Ehrenhain Zeithain eine Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers statt.

Unsere Gemeinde und der Kirchenchor nahmen mit Gebet und Gesang an der der Präsentation der neuen Gedenktafeln, auf denen die Namen von rund 23.000 hier umgekommenen und begrabenen Sowjetsoldaten vermerkt sind, teil. Auf der Veranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des Lagers sprachen der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der Präsident des sächsischen Landtages Matthias Rösler, der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland Wladimir Grinin, Hinterbliebene und Nachkommen der Opfer. Zugegen waren ebenso diplomatische Vertreter von Belarus, Kasachstan, Turkmenistan, Polen und Italien, also Nationen, aus denen die Opfer von Zeithain stammen.

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Osterbotschaft des Patriarchen 2015

Osterbotschaft seiner Heiligkeit, des Patriarchen Kyrill, an die Erzpriester, Hirten, Diakone, die Mönche und Nonnen und alle gläubigen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche

Im Herrn geliebte Mitbrüder im Bischofsamt, ehrwürdige Väter, ihr ehrwürdigen Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

Freudig begrüße ich euch mit dem alten, dabei aber zu jeder Zeit neuen und lebensbejahenden Siegesruf:

Christus ist auferstanden!

Im wunderbaren Klang dieser wahrhaftig lebensschaffenden Worte besteht die Grundlage unseres Glaubens, die Gabe der Hoffnung und Quelle der Liebe.

Noch gestern trauerten wir gemeinsam mit den Jüngern des Herrn über den Tod ihres geliebten Lehrers, heute aber frohlocken wir mit der gesamten – der sichtbaren wie der unsichtbaren – Welt: „Christus ist auferstanden, ewige Freude“ (Kanon zum hl. Paschafest). Noch gestern, so schien es, war die letzte Hoffnung auf das Heil verloren, heute aber haben wir die feste Zuversicht aufs ewige Leben im abendlosen Tage des Königtums Gottes. Noch gestern lastete das Phantom der Verwesung über der Schöpfung und stellte das irdische Dasein selbst in Frage, heute jedoch künden wir allen und jedem vom Sieg des Lebens über den Tod.

Der Apostel Paulus spricht, von Gott inspiriert, von der Bedeutung des Wunders, das in jener längst vergangenen, aber einem jeden Christen immer nahen Nacht geschah, und weist direkt darauf hin, dass dieses Ereignis von fundamentaler Wichtigkeit für unseren Glauben ist. Denn „ist Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich“ (1 Kor. 15:14). Das Pascha des Herrn ist Herzstück und die unüberwindbare Kraft des Christentums: nach den Worten des hl. Bischofs Filaret von Moskau schafft es Hoffnung, entzündet die Liebe, beflügelt das Gebet, ruft Gnade herab, erleuchtet die Weisheit, vernichtet jedwede Not und sogar den Tod selbst, verleiht dem Leben Lebendigkeit, macht aus dem bloßen Traum von Seligkeit eine Wirklichkeit, aus dem Phantom des Triumphs einen ewigen Lichtblitz, der alles erhellt und niemanden niederstreckt (Osterhomilie des Jahres 1826).

Foto: patriarchia.ru
 Foto: patriarchia.ru

 

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Weihnachtsbotschaft des Patriarchen Kyrill, 2014/2015

Weihnachtsbotschaft Seiner Heiligkeit Kyrill, des Patriarchen von Moskau und ganz Russland, an die Bischöfe, Priester, die Mönche und Nonnen und alle treuen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche

Im Herrn geliebte hochgeweihte Bischöfe, ehrwürdigste Väter, ihr ehrwürdigen Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

In dieser Heiligen Nacht wende ich mich an euch, die ihr in verschiedenen Ländern, Städten und Dörfern lebt, die ihr aber zusammen die Eine Russische Orthodoxe Kirche bildet, und beglückwünsche euch von ganzem Herzen zum Fest, das der Welt das Heil bringt, zum Fest der Geburt Christi. Ich begrüße euch herzlich, meine Lieben, und bete darum, dass wir alle durch die gemeinsame Anteilnahme an diesem großen geistlichen Triumph von geistlicher Freude erfüllt und vom Fest des Glaubens gesättigt werden mögen, wie Söhne und Töchter Gottes und Freunde Christi (vgl. Joh. 15:15).

Jetzt, im Angesicht des Mysteriums der Fleischwerdung Gottes, versuchen wir zu begreifen, welches der Sinn eines Ereignisses ist, das sich vor zweitausend Jahren in Bethlehem abgespielt hat, und in welcher Beziehung es zu uns und unseren Zeitgenossen steht.

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Der russische Mullah

Eines Tages konnte ich nach dem Gottesdienst in einer der weiter entfernten Gemeinden keine Mitfahrgelegenheit auftreiben, die mich nach Hause bringen würde. Auch sonst war es dort damit immer etwas schwierig: man hatte achtzig Kilometer über unbefestigtes Gelände zu fahren, und die Gottesdienste fielen üblicherweise auf die Sonntage, an denen die Garage der Kolchose geschlossen und die Leute in ihren Gemüsegärten beschäftigt waren.

So saß ich also vor der Kirche, wurde langsam müde und beschloss, ein wenig spazieren zu gehen. Unweit der Kirche gab es einen Friedhof, und in einem Haufen Abfall, zwischen alten Kränzen und verblichenen Papierblumen bemerkte ich einige grün gewordene Totenschädel...

Welch ein Unglück! Aber so ist es hier auf allen Friedhöfen: stößt man beim Anlegen eines neuen Grabes auf alte Knochen, so werden diese in den Abfall geworfen. Wie oft habe ich es den Leuten gepredigt: das sind die Gebeine eurer Vorfahren, vielleicht eures Großvaters, der Großmutter oder Urgroßmutter… ich bekomme unverständliche Blicke, die zu sagen scheinen: Na und? Sie haben genug herumgelegen, das reicht doch...

Kurzgeschichte aus dem Buch "Das erste Gebet" von Priester Jaroslaw Schipow

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Osterbotschaft des Patriarchen 2014

Osterbotschaft seiner Heiligkeit, des Patriarchen Kyrill, an die Erzpriester, Hirten, Diakone, die Mönche und Nonnen und alle gläubigen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche

Im Herrn geliebte hochgeweihte Bischöfe, ehrwürdige Priester und Diakone, ihr gottliebenden Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

An diesem gelobten und heiligen Tage, an dem die ganze sichtbare, wie auch die unsichtbare Welt (vgl. Osterkanon) den Fürsten des Lebens und den Bezwinger des Todes verherrlicht, grüße ich euch alle herzlich mit dem Ostergruß:

Christus ist auferstanden!

Von Jahr zu Jahr erklingt triumphierend die gute Nachricht von der Auferstehung und ruft uns dazu auf, den Gott und Heiland zu lobpreisen, der den Tod durch den Tod zertreten und uns zu Teilhabern des kommenden ewigen Lebens gemacht hat.

Indem wir dieses Fest der Feste und diesen größten Triumph begehen, gedenken wir mit einem besonderem geistlichen Gefühl des Erlösungswerkes des Heilandes der Welt, Seiner Kreuzesleiden und Seiner lichten Auferstehung. Pas’cha ist nicht nur irgendeine schöne Legende, es ist keine theoretische Theologie und kein Tribut an einen Volksbrauch, der sich vor ewigen Zeiten herausgebildet hat. Vielmehr handelt es sich dabei um das Wesen und den Kern des Christentums. Es ist jener Sieg, den Gott uns schenkt.

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