Weihnachtsbotschaft des Patriarchen Kyrill, 2014/2015

Weihnachtsbotschaft Seiner Heiligkeit Kyrill, des Patriarchen von Moskau und ganz Russland, an die Bischöfe, Priester, die Mönche und Nonnen und alle treuen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche

Im Herrn geliebte hochgeweihte Bischöfe, ehrwürdigste Väter, ihr ehrwürdigen Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

In dieser Heiligen Nacht wende ich mich an euch, die ihr in verschiedenen Ländern, Städten und Dörfern lebt, die ihr aber zusammen die Eine Russische Orthodoxe Kirche bildet, und beglückwünsche euch von ganzem Herzen zum Fest, das der Welt das Heil bringt, zum Fest der Geburt Christi. Ich begrüße euch herzlich, meine Lieben, und bete darum, dass wir alle durch die gemeinsame Anteilnahme an diesem großen geistlichen Triumph von geistlicher Freude erfüllt und vom Fest des Glaubens gesättigt werden mögen, wie Söhne und Töchter Gottes und Freunde Christi (vgl. Joh. 15:15).

Jetzt, im Angesicht des Mysteriums der Fleischwerdung Gottes, versuchen wir zu begreifen, welches der Sinn eines Ereignisses ist, das sich vor zweitausend Jahren in Bethlehem abgespielt hat, und in welcher Beziehung es zu uns und unseren Zeitgenossen steht.

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Der russische Mullah

Eines Tages konnte ich nach dem Gottesdienst in einer der weiter entfernten Gemeinden keine Mitfahrgelegenheit auftreiben, die mich nach Hause bringen würde. Auch sonst war es dort damit immer etwas schwierig: man hatte achtzig Kilometer über unbefestigtes Gelände zu fahren, und die Gottesdienste fielen üblicherweise auf die Sonntage, an denen die Garage der Kolchose geschlossen und die Leute in ihren Gemüsegärten beschäftigt waren.

So saß ich also vor der Kirche, wurde langsam müde und beschloss, ein wenig spazieren zu gehen. Unweit der Kirche gab es einen Friedhof, und in einem Haufen Abfall, zwischen alten Kränzen und verblichenen Papierblumen bemerkte ich einige grün gewordene Totenschädel...

Welch ein Unglück! Aber so ist es hier auf allen Friedhöfen: stößt man beim Anlegen eines neuen Grabes auf alte Knochen, so werden diese in den Abfall geworfen. Wie oft habe ich es den Leuten gepredigt: das sind die Gebeine eurer Vorfahren, vielleicht eures Großvaters, der Großmutter oder Urgroßmutter… ich bekomme unverständliche Blicke, die zu sagen scheinen: Na und? Sie haben genug herumgelegen, das reicht doch...

Kurzgeschichte aus dem Buch "Das erste Gebet" von Priester Jaroslaw Schipow

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Osterbotschaft des Patriarchen 2014

Osterbotschaft seiner Heiligkeit, des Patriarchen Kyrill, an die Erzpriester, Hirten, Diakone, die Mönche und Nonnen und alle gläubigen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche

Im Herrn geliebte hochgeweihte Bischöfe, ehrwürdige Priester und Diakone, ihr gottliebenden Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

An diesem gelobten und heiligen Tage, an dem die ganze sichtbare, wie auch die unsichtbare Welt (vgl. Osterkanon) den Fürsten des Lebens und den Bezwinger des Todes verherrlicht, grüße ich euch alle herzlich mit dem Ostergruß:

Christus ist auferstanden!

Von Jahr zu Jahr erklingt triumphierend die gute Nachricht von der Auferstehung und ruft uns dazu auf, den Gott und Heiland zu lobpreisen, der den Tod durch den Tod zertreten und uns zu Teilhabern des kommenden ewigen Lebens gemacht hat.

Indem wir dieses Fest der Feste und diesen größten Triumph begehen, gedenken wir mit einem besonderem geistlichen Gefühl des Erlösungswerkes des Heilandes der Welt, Seiner Kreuzesleiden und Seiner lichten Auferstehung. Pas’cha ist nicht nur irgendeine schöne Legende, es ist keine theoretische Theologie und kein Tribut an einen Volksbrauch, der sich vor ewigen Zeiten herausgebildet hat. Vielmehr handelt es sich dabei um das Wesen und den Kern des Christentums. Es ist jener Sieg, den Gott uns schenkt.

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Weihnachtsbotschaft des Patriarchen Kyrill, 2013/2014

Weihnachtsbotschaft seiner Heiligkeit Kyrill, des Patriarchen von Moskau und ganz Russland, an die Bischöfe, Priester, die Mönche und Nonnen und alle treuen Kinder der Russischen Orthodoxen Kirche

Im Herrn geliebte hochgeweihte Bischöfe, ehrwürdige Priester und Diakone, ihr gottliebenden Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!

Heute sind unsere Kirchen angefüllt mit Menschen, die gekommen sind, um das Neugeborene Gotteskind - Christus, unseren Heiland - und Seine Allreine Mutter, die Jungfrau Maria, zu preisen.

Die Geburt Christi ist ein zentrales Ereignis der gesamten Menschheitsgeschichte. Der Mensch war immer auf der Suche nach Gott; doch in Fülle offenbarte Gott Sich Selbst der Menschheit einzig in der Menschwerdung Seines Einziggezeugten Sohnes. Mit der Ankunft des Gottes- und Menschensohnes erfuhr die Welt, dass Gott die Liebe ist und nicht lediglich die Höchste Macht; Gott ist Gnade, und nicht etwa nur der Rächer; Gott ist die Quelle des Lebens und der Freude, und nicht nur der gestrenge Richter; Gott ist die Heilige Dreifaltigkeit, Deren inneres Gesetz ebenso die Liebe ist - und durchaus nicht etwa der einsame Herrscher der Welt.

Patriarch Kyrill

Heute begehen wir das Ereignis, das den Lauf der gesamten Menschheitsgeschichte von Grund auf gewandelt hat. Gott taucht in die Tiefen des menschlichen Lebens ein, Er wird einer von uns, nimmt die ganze Schwere unserer Sünden, unseres menschlichen Unvermögens und unserer Schwächen auf Sich und bringt sie nach Golgatha, um die Menschen von dieser unerträglichen Bürde zu befreien. Nunmehr ist Gott nicht irgendwo da, im fernen Himmel, sondern hier, mit uns und unter uns. Ein jedes Mal bei der Feier der Göttlichen Liturgie sprechen wir die Worte: “Christus ist unter uns!” - und die Antwort ist: “Er ist es, und Er wird es sein!”. Dies ist ein lebendiges Zeugnis der Gegenwart des fleischgewordenen Gottes Selbst - Christi, unseres Heilandes - unter Seinen Getreuen. Indem wir regelmäßig an Seinem Heiligen Leib und Blut kommunizieren, indem wir uns anstrengen, Seine Gebote zu halten, treten wir in eine wirkliche Gemeinschaft mit Ihm, unserem Erlöser, und erlangen die Vergebung von Sünden.

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Dachau

"Der deutsche Historiker berichtete, dass er tausende solcher Akten gesichtet hatte: der überwiegende Großteil der Häftlinge waren sowjetische Offiziere. Fast alle von ihnen waren orthodox; mitunter gab es auch Moslems; andere gab es nicht."

Wir haben uns im Lesesaal des Großen Schriftenarchivs kennengelernt: wir beide hatten ein und dieselben historischen Dokumente angefordert. Mein Mitbewerber erwies sich als Deutscher aus der ehemaligen DDR. Er konnte sich einigermaßen auf Russisch verständigen, und so kamen wir ins Gespräch. Schließlich ließen wir die historischen Dokumente liegen und begaben uns ins nächste Café, um unser Gespräch dort fortzusetzen. Der Deutsche kannte alle russischen Priester, die derzeit in Deutschland ihren Dienst tun, nannte mir ihre Namen und freute sich sehr, als ich darunter einen meiner Bekannten ausmachte. Danach berichtete er mir von den alltäglichen Problemen orthodoxer Gemeinden, von der Instandsetzung von Kirchen, vom Unterricht in Kirchengesang...

Priester Jaroslaw Schipow: Dachau. Begegnung mit einem deutschen Historiker. Quelle: www.pravoslavie.ru

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Archimandrit Serafim

Ob Winter oder Sommer, exakt um vier Uhr morgens verließ Vater Serafim sein Höhlenkellion und schaute im Kloster kurz nach der Ordnung. Erst dann kehrte er in seine Zelle zurück und feuerte den Ofen an, der aufgrund der Feuchtigkeit in der Höhle fast das gesamte Jahr über betrieben werden musste. Ich denke, Vater Serafim fühlte sich als ein besonderer Hüter des Klosters von Petschory, vielleicht war ihm diese Aufgabe aber tatsächlich so anvertraut worden. Wie dem auch sei, die Stimme dieses deutschen Barons, dieses großen, asketischen und auch hellsichtigen Mönchs war bei den schwierigsten Entscheidungen, die von der Klosterbruderschaft zu treffen waren, immer maßgeblich.

Vater Serafim hat nur sehr selten irgendwelche besonderen, belehrenden Worte geäußert. Im Vorraum seiner rauen Höhlenzelle waren Zettel mit Zitaten aus den Werken des hl. Tichon von Zadonsk angebracht, und die, welche ihn besuchten, begnügten sich oft mit diesen Zitaten oder der Empfehlung Vater Serafims: “Lest mehr vom heiligen Bischof Tichon!”

All die Jahre seines Klosterlebens begnügte sich Vater Serafim mit dem Geringsten. Nicht nur bei den Speisen, sondern auch, was den Schlaf oder die Gesellschaft von anderen Menschen angeht. Beispielsweise benutzte er in der Sauna nie die Dusche, ihm genügten zwei oder drei kleine Holzeimer mit Wasser. Als er von den Novizen gefragt wurde, warum er nicht die Dusche benutzt, denn dort gäbe es ja Wasser, soviel man will, brummte er zur Antwort, dass sich unter der Dusche zu waschen genauso sei, wie Schokolade essen.

Kapitel aus dem Buch "Несвятые святые" (Englisch: "Everyday Saints") von Archimandrit Tichon (Schewkunow).

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Protodiakon Gottfried Reinhardt *1935 †2013

Am 23. Juni, dem Pfingstfest im Jahre 2013, entschlief im Herrn der Protodiakon und treue Diener der Kirche Christi Gottfried Reinhardt.

Gottfried Reinhardt wurde am 30. Mai 1935 in Dresden geboren. 1961 schloss er ein Architekturstudium ab, wirkte lange Zeit an der Technischen Universität in Dresden im Bereich Architektur sowie als Bühnenbildner in den Theatern in Freiberg und Görlitz.

Gleichzeitig schuf er ein Puppentheater, schrieb Stücke dafür, stellte auch die Puppen selbst her. Er war im Kreise Dresdener Kulturfreunde bekannt und geliebt.

Seit 1961 besuchte Gottfried Reinhardt regelmäßig die Gottesdienste der Orthodoxen Kirche. Er lernte die Orthodoxie und den orthodoxen Gottesdienst lieben. Seit dieser Zeit wurde der Dienst in der Kirche Christi zu seinem wichtigsten Lebensinhalt.

1974 wurde er von Erzbischof Filaret (heute Metropolit von Minsk) zum Lektor in der Dresdener russisch-orthodoxen Kirche bestellt. Ab 1977 studierte er am Moskauer Geistlichen Seminar; 1978 erfolgte die Weihe zum Diakon durch Erzbischof Melchisedek.

Mehrere Male empfing Gottfried Reinhardt Dank und Auszeichnungen vom Patriarchen von Moskau und ganz Russland, er genoss die Achtung und Liebe der Gemeindemitglieder und vieler Geistlicher der Diözese Berlin und Deutschland.

Die Abschiednahme und Totenmesse findet am Dienstag, den 2. Juli 2013 um 10 Uhr in der Dresdener russisch-orthodoxen Kirche des hl. Simeon vom Wunderbaren Berge statt. Die Beisetzung folgt um 14 Uhr auf dem Loschwitzer Friedhof in Dresden.

Nimm, o Herr, Deinen treuen Diener in die Wohnstätten der Gerechten auf und gewähre ihm Dein Heil!

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Christi Auferstehung 2013

Bilder vom Fest Christi Auferstehung 2013 in unserer Kirche.

Für die Fotos einen herzlichen Dank an Elena Mironidi.

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