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Predigt zum 9. Sonntag nach Pfingsten (2026) vom Seewandel Jesu

1. Kor. 3:9-17, Matth. 14:22-34

Roman Bannack, Priester | Zugriffe: 29
Predigt zum 9. Sonntag nach Pfingsten (2026) vom Seewandel Jesu

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! Das heutige Evangelium beginnt mit den Worten: „Und alsbald nötigte Er die Jünger, in das Schiff zu steigen“ (Mt 14,22). Christus entlässt sie nicht einfach allein – Er Selbst sendet sie auf diesen Weg, und dieser Weg führt sie mitten in den Sturm.

Kurz zuvor waren die Jünger Zeugen des großen Wunders der Speisung der Fünftausend geworden. Man hätte meinen können, dass darauf nun Ruhe, Freude und Zeit mit dem Meister folgen würden. Doch stattdessen entlässt Christus das Volk, bleibt allein zum Gebet und schickt die Jünger hinaus auf das nächtliche Meer. Der Wind wird stärker, die Wellen schlagen gegen das Boot, und der Herr ist nicht bei ihnen.

Als Er schließlich kommt, erkennen die Jünger Ihn nicht. Den über das Wasser Gehenden halten sie für ein Gespenst und schreien vor Furcht auf.

Es scheint, als wäre das unmöglich – so lange mit Christus gewesen zu sein, Seine Wunder gesehen und Seine Worte gehört zu haben und Ihn dennoch nicht zu erkennen. Aber es geht wohl nicht darum, dass die Jünger ihren Meister nicht gut genug kannten. Vielmehr stellten sie sich bereits vor, wie Er ihnen zu Hilfe kommen müsse. Man konnte hoffen, dass der Sturm von selbst abflauen würde. Man konnte erwarten, dass Christus am Ufer erscheinen oder mit anderen im Boot herankommen würde. Aber Er geht über das tobende Wasser – mitten auf ihre Angst zu, von dorther, wo Ihn niemand erwartet hatte. Und deshalb, so scheint es, erkannten die Jünger Ihn nicht.

Sie begreifen noch nicht, Wer da über das Wasser auf sie zukommt. Doch die Heilige Schrift hatte längst die Antwort gegeben. Der gerechte Hiob sprach viele Jahrhunderte zuvor von Gott: „Er allein spannt den Himmel aus und schreitet einher auf den Höhen des Meeres“ (Hiob 9,8). Das Gehen über das Wasser ist nicht bloß ein großes Wunder, um die Zuschauer zu verblüffen. Es ist eine Offenbarung darüber, Wer vor den Jüngern steht.

Und die Worte, mit denen Christus auf ihre Angstrufe antwortet, bestätigen dies unmittelbar: „Seid getrost, Ich bin's; fürchtet euch nicht“ (Mt 14,27). In dem griechischen Text steht hier nicht einfach ein Hinweis auf den Sprecher, sondern der Name: ἐγώ εἰμι, „Ich bin es“ – jener Name, mit dem sich Gott dem Mose am brennenden Dornbusch offenbarte. Nicht einfach „euer Lehrer“, nicht „Jesus von Nazareth“ antwortet den Jüngern – Sich Selbst nennt hier Gott.

Petrus antwortet nicht auf eine Veränderung der äußeren Umstände – der Sturm ist ja noch nicht vorüber. Er antwortet auf die Stimme des Herrn. „Herr, wenn Du es bist, so heiss mich zu Dir kommen auf das Wasser“ (Mt 14,28). Er bittet nicht um Erklärungen, er fragt nicht nach dem „Warum“ oder „Wofür“ der Sturm da war – er bittet um die Erlaubnis, dorthin zu gehen, wo Christus steht. Und eine Zeitlang gelingt es ihm: Er geht tatsächlich auf dem Wasser. Als er jedoch den starken Wind ihn den Blick nahm, fürchtete er sich und begann zu sinken und schrie: „Herr, rette mich!“ (Mt 14,30). Petrus weiß nun, Wer vor ihm steht. Aber kaum hatte er den Blick vom Herrn abgewandt und auf die Wogen geschaut, da war unter seinen Füßen wieder der Abgrund. Doch der Herr lässt Petrus nicht untergehen. Sogleich streckte Er die Hand aus, hielt ihn fest und stieg mit ihm ins Boot.

So geschieht es auch uns, Brüder und Schwestern. Wir erwarten nicht selten, dass der Herr gerade so kommt, wie es uns richtig erscheint. Aber das Evangelium lehrt uns, Ihn auch dann zu erkennen, wenn Er anders in Erscheinung tritt, als wir es erwartet haben. Sein Wort zu vernehmen. Seine Hand zu wahrzunehmen, die den Menschen stützt, der bereits zu sinken begonnen hat. Und Seine Gegenwart dort, wo uns zunächst nur Wind und Wellen umgeben zu scheinen.

Derselbe Name, mit dem Gott sich dem Mose im brennenden Dornbusch offenbarte, erklingt heute mitten auf dem See Genezareth. Er erklingt auch mitten in den Stürmen unseres Lebens, damit eines Tages in unserem Herzen dasselbe Bekenntnis geboren werde, mit dem das heutige Evangelium endet: „Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!“ (Mt 14,33). Amen.


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Heute, liebe Brüder und Schwestern, ehrt die Kirche das Andenken des heiligen Propheten Gottes Elias.

Elias ist wohl einer der von uns am meisten geliebten Propheten. Er verkörperte in besonderer Weise die Eigenschaften der Heiligkeit, und deshalb ist er wohl so sehr geliebt. Unter den Propheten wird er im Neuen Testament am häufigsten erwähnt, und nicht nur erwähnt, sondern er tritt persönlich auf dem Berg der Verklärung an der Seite von Moses und neben Christus auf. Sein Name bedeutet „Mein Gott ist der Herr“, und er war tatsächlich imstande, zu lieben und zu gnädig zu sein wie Gott, aber auch zu strafen.

Der wohl bekannteste Abschnitt aus seinem Leben ist seine Begegnung mit Gott auf dem Berg Horeb. Äußerlich scheinen die Umstände dieser Begegnung im Widerspruch zu dem zu stehen, was wir heute im Sonntagsevangelium gehört haben. In der Erwartung Gottes sah Elias ein Erdbeben und einen Sturm, aber dort war der Herr nicht – während im heutigen Sonntagsevangelium der Herr gerade im Sturm kommt. Bei dem Propheten jedoch war Gott „in einem sanften, leisen Sausen“, das heißt, in einem leisen, kaum wahrnehmbaren Wehen.

Aber das bestätigt gerade den Gedanken der Evangeliumsperikope. Gott kommt nicht so, wie die Menschen es von einer Gottheit erwarten – mit Getöse, im Brüllen der Elemente, die in der Vorstellung der Menschen von Seiner Macht zeugen. Gott kommt auf eine andere Weise, so, wie wir es höchstwahrscheinlich nicht erwarten und uns nicht vorstellen.

Lasst uns geistlich aufmerksam sein, durch die Fürbitten des heiligen Propheten Gottes Elias. Amen.

Geschrieben von Roman Bannack, Priester