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Altarfest Hl. Simeon (2026)

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Altarfest Hl. Simeon (2026)

Am 6. Juni 2026, am Gedenktag des ehrwürdigen Simeon des Styliten vom Wunderbaren Berge, zelebrierte Erzbischof Tichon von Rusa, Leiter der Diözese Berlin und Deutschland, die Göttliche Liturgie in der Kirche des ehrwürdigen Simeon vom Wunderbaren Berge in Dresden.

Am Vorabend, dem 5. Juni, betete der amtierende Bischof in der Kirche während der Vigil.

Seiner Eminenz konzelebrierten der stellvertretende Dekan des östlichen Bezirks, Priester Maxim Judakow, Priester Roman Bannack, Protodiakon Archil Tschchikwadse und Diakon Konstantin Lotichius. Im Altar betete der Vorsteher der Kirche, Erzpriester Georgi Dawidow.

Der Gottesdienst wurde in kirchenslawischer und deutscher Sprache gefeiert.

Nach dem Kommunionvers hielt Priester Roman Bannack die Predigt.

Nach Abschluss der Liturgie wurde eine Kreuzprozession um die Kirche durchgeführt, der Klerus zelebrierte die Verherrlichung des Festes der Heiligen Dreifaltigkeit und des gefeierten Heiligen. Der Protodiakon deklamierte das Polychronion.

Danach dankte Erzbischof Tichon dem Vorsteher der Kirche, Erzpriester Georgi, für seine pastoralen Dienste und wandte sich mit einem erzbischöflichen Wort an den Klerus und die Gemeindemitglieder:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Seit der Heilige Geist auf die Apostel herabkam, hörte Er nicht auf, in der Kirche Christi zu wirken. Durch Seine Gnade hilft der Heilige Geist jedem, das ewige Heil zu erlangen. Die große Menge der Gott wohlgefälligen Heiligen, von Gott verherrlicht und bereits im Himmel triumphierend, ist die gesegnete Frucht der Kreuzesleiden, des Todes und der Auferstehung des menschgewordenen Christus Gottes; dies sind die gnadenreichen Früchte des Kommens des Allheiligen Geistes Gottes und Seines Verbleibens in der Kirche Christi. Der Heiligen gibt es, wie Sterne am Himmel, eine unzählbare Menge. Heute ist das Gedenken eines von ihnen – des ehrwürdigen Simeon den Styliten vom Wunderbaren Berg, unseres himmlischen Schutzpatrons und Fürsprechers.

Der Heilige wurde im Jahr 521 in Antiochien in Syrien geboren und war die Frucht der eifrigen Gebete seiner Eltern Johannes und Martha und ihres Gehorsams. Die Mutter des Ehrwürdigen erfüllte vor der Ehe eifrig das Gebot Gottes – den Eltern zu gehorchen und sie zu ehren. Trotz ihres Wunsches, ihr Leben dem Mönchtum zu widmen, trat sie auf den Segen ihrer Eltern hin in die Ehe ein. Nach einiger Zeit erschien ihr während des Gebets der heilige Johannes der Täufer und sagte, dass sie einen Sohn gebären würde. So geschah es auch. Ein Junge wurde geboren, den sie Simeon nannten. Er wuchs in einer Atmosphäre der Frömmigkeit, Liebe und des tiefen Glaubens auf. Als sechsjähriger Knabe, nachdem er sich an das häusliche Gebet gewöhnt hatte, begann er eifrig den Kirche zu besuchen und zu beten. Der Kirche zog ihn an, denn das häusliche Gebet allein genügte ihm nicht.

Der Knabe verlor früh seinen Vater. Eines Tages, auf dem Heimweg, als er sich verirrt hatte, zeigte der heilige Johannes der Täufer seiner Mutter seinen Aufenthaltsort an. Bald darauf kam Simeon, vom Geist Gottes geführt, in ein Kloster. Nachdem er verschiedene Gehorsamsübungen durchlaufen hatte, wurde er zum Mönch geweiht. Der Abt sah in dem Knaben eine große Zukunft und die Gaben des Heiligen Geistes voraus. Die Askese des jungen Mönchs, der auf einer Säule lebte, und die Gabe der Heilung von Krankheiten, die sich in ihm offenbarte, ließen nicht lange auf sich warten, um vielen bekannt zu werden: Menschen strömten zu dem Asketen, einige für Rat, andere für Heilung, wieder andere für einen Segen. Nach jahrelanger Askese verließ der Ehrwürdige die Säule und zog sich an einen Ort namens Wunderbarer Berg zurück, wo er ein Kloster gründete und die Priesterweihe empfing. Im Alter von 75 Jahren, vorab von Gott über sein Ende benachrichtigt, entschlief der Ehrwürdige im Herrn.

Das Leben des ehrwürdigen Simeon ist lehrreich. Von Jugend an liebte der Ehrwürdige das Gebet und lernte den Gehorsam gegenüber seinen Eltern. Nach dem Verlust seines Vaters betete der Knabe auf kindliche Weise, dass der Herr seinem Vater die ewigen Güter zuteilwerden lasse. Der Ehrwürdige lehrt uns, unsere Eltern zu lieben und ihnen zu gehorchen, für sie zu beten, stets eingedenk dessen, wem wir unser Leben, unsere Erziehung und unsere Frömmigkeit verdanken. In fester Entschlossenheit, Gott zu dienen, verbrachte der ehrwürdige Simeon sein ganzes Leben. Um des Heiles seiner Seele willen kämpfte er gegen sündige Begierden und Leidenschaften, tat alles zur Reinigung seines Herzens, nur um stets Christus nachzufolgen und in der Gnade des Heiligen Geistes zu sein. Sowohl zu Lebzeiten als auch nach seinem Tod wirkte er Wunder, heilte Blinde, Lahme und Aussätzige, trieb Dämonen aus und erweckte Tote. All dies zeugt davon, dass der ehrwürdige Simeon fest und unerschütterlich auf dem von ihm gewählten Weg war, der zum Heil, in das Himmelreich führt, das er geerbt und uns ein Beispiel hinterlassen hat.

Wir alle müssen die feste Entschlossenheit haben, Christus nachzufolgen. Dafür müssen wir der Liebe zu Gott und zum Nächsten den wichtigsten Platz in unserem Leben einräumen. Die Liebe wird uns dazu bewegen, die Gebote Gottes zu erfüllen, gegen die Sünde als den Hauptfeind unseres Heiles zu kämpfen und die Seele mit Tugenden zu schmücken. Es ist auch notwendig, nach dem Wort des Apostels (1 Kor. 4, 16): „Ich ermahne euch nun: Werdet meine Nachahmer!“, zu lernen, das Leben und die Taten der Heiligen nachzuahmen und sich nicht von den Angriffen der Welt beirren zu lassen. Für die Welt sind das Leben und die Taten der Heiligen ein unbegreifliches Geheimnis. Das Evangelium gibt in wenigen Worten den Schlüssel zu diesem Geheimnis. „Jeder nun“, sagt Christus, „der mich vor den Menschen bekennen wird, den werde auch ich bekennen vor meinem Vater, der im Himmel ist; wer aber mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der im Himmel ist.“ (Mth. 10, 32). Und ein anderes: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.“ (Mth. 10, 37). „Die Heiligen nahmen Christus als lebendige Person an“, sagte ein Asket. – „Sie wählten Ihn, und wer auch immer zu ihnen sagte: „Wähle: ich oder Christus“, – sie wählten ohne Zögern Christus.“ Gebe Gott, dass wir alle die von dem ehrwürdigen Simeon überlieferte Lehre in unserem Leben verinnerlichen und zusammen mit allen Heiligen die Wesensgleiche Dreifaltigkeit, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist verherrlichen. Amen.

Quelle: rokmp.de

Fotos: Viktor Schütz, Ioanna Ivanchuk